DAVOS. EINE EXPEDITION INS GEBIRGE

 

Im Januar 2004 verliess 400asa den geschützten Rahmen der etablierten Theater und begab sich auf fremdes Terrain, um sich am WEF in Davos mit Themen wie Globalisierung, Autoritarisierung und Militarisierung auseinander zu setzen. Seit dem "Volkstribunal gegen Silvio Berlusconi et al." (2002) am Gedenkanlass "Memoria" zum G8-Gipfel in Genua verfolgt 400asa diese offene und situationsbezogene Art des Arbeitens.

"Eine topographische Expedition in die Agenda der Globalisierung" wurde vorbereitet und angekündigt. Zu sehen gab es am "Public Eye on Davos" am Ende einen einsamen Gaukler und einen Film, doch gespielt wurde nicht.

Was die Reflexion auf eigene Produktionsformen mit Globalpolitik zu tun hat, warum sich politische Kunst nicht unbefleckt in die Scheinwerfer der Gewalt stellen kann - auch nicht auf der Gegenseite -, warum sich das 400asa-Kollektiv dieser "Selbstverstümmelungsperformance" nicht verweigern konnte, wird an der Nachbearbeitung zu "Davos. Eine Expedition ins Gebirge" vermittelt.

Reader zu"Davos" (PDF)

Davos. Eine Expedition ins Gebirge. Hearing

Nach dem Grosserfolg von "Hob(b)yhamlet" und "B. Ein Stück über Sport und Behinderung" gibt 400asa Einblick in ihre Arbeitsweise, in die aktuelle "Expeditionen"-Serie und die parallel laufende Reihe von 400asa-Polit-Stücken ("Volkstribunal", 2002, "Davos", 2003).

Anlässlich der Produktion "Davos. Eine Expedition ins Gebirge" setzt dieses Hearing Fragen nach Realpolitik, Herrschaft und Kunst mit den eigenen Produktionsformen in Zusammenhang.

Die Auseinandersetzung mit Davos, dem WEF und mit Globalisierungszusammenhängen mündet letztendlich in die Frage nach der Herrschaft über die Körper - eine Frage, die vor den eigenen Produktionsformen nicht halt machen kann. Die Arbeitsweise des 400asa-Kollektivs wird am Hearing zu "Davos. Eine Expedition ins Gebirge" diskutiert, filmisch dokumentiert und nachinszeniert.

Die Gruppe 400asa zertrümmert auf ihren Expeditionen nach Bern und ins Gebirge die handlangerischen Werkzeuge der Eitelkeit, der Fiktion, der Fabel, auch der Politik, die die Wahrheit für sich gepachtet haben will, und sucht über die bekannten Kunstformen hinaus nach einem höheren Ideal. Das Scheitern eines solch existentiellen Versuches ist nur eine Frage der Zeit - bis das Ideal der Revolution von der Realität abgelöst wird, in diesem Fall von der Aufführung, welche wiederum im Falle von Davos gar nicht stattfand.

Mit: Iris Zantop, Samuel Schwarz, Urs Bräm, Ted Gaier, Paolo Fusi, Catherine Villiger, Kaspar Weiss, Wanda Vyzlouzilova, Michael Sauter, Michael Günzburger

Mit einem Flipchart von Aude Lehmann und Tan Wälchli