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Ausgabe 1:
«Wilhelm Tell»-Inszenierung empört Zugs Bevölkerung
Der Regisseur der St. Galler Aufführung des «Wilhelm
Tell» vergleicht den Schweizer Nationalhelden mit dem Zuger
Amokläufer Leibacher. Die Zuger sind entsetzt.
«Fritz Leibacher, der Amokläufer von Zug wie auch
der 9/11-Attentäter Mohammed Atta, an die wir in diesen Tagen
zwangsläufig erinnert werden, haben mehr mit uns und Wilhelm
Tell gemeinsam, als uns lieb ist», sagt Samuel Schwarz.
Unter diesem Leitgedanken inszeniert der Regisseur in St. Gallen
Schillers «Wilhelm Tell». Das Urteil über diesen
Vergleich fällt in Zug eindeutig aus: «Das ist absolut
geschmacklos. Die künstlerische Freiheit hat Grenzen, wenn
die Integrität von Opfern tangiert wird», entsetzt
sich der Zuger Nationalrat Gerhard Pfister (CVP).
Schwarz will den falsch verstandenen Heldenmythos des einsamen
Schützen kritisieren, wie er sagt. Sein Vergleich geht vielen
aber zu weit: «Leibacher in die Nähe von Tell zu rücken,
bedeutet einen Stich in die Herzen der Angehörigen»,
ärgert sich der Zuger FDP-Ständerat Rolf Schweiger.
Zurückhaltend äussern sich die Zuger Kulturschaffenden.
August P. Villiger, Intendant der Theater und Musikgesellschaft,
könnte sich eine Aufführung vorstellen: «Ich müsste
zuerst aber überzeugt werden, dass Gefühle nicht verletzt
werden und das Stück frei von Effekthascherei ist.»
Daniela Gigor
Ausgabe 2:
Tell mit Amokläufer Leibacher verglichen
Die St. Galler Theateraufführung von Schillers «Wilhelm
Tell» sorgt schon vor der Premiere am 29. September für
rote Köpfe: Der Regisseur Samuel Schwarz sieht den Schweizer
Nationalhelden als Terroristen und vergleicht ihn mit dem Zuger
Amokläufer Fritz Leibacher und dem 9/11-Attentäter Mohammed
Atta.
Seine Interpretation stösst auf Empörung: «Leibacher
in die Nähe von Tell zu rücken, bedeutet einen Stich
in die Herzen der Angehörigen», sagt der Zuger FDP-Ständerat
Rolf Schweiger.
«Fritz Leibacher, der Amokläufer von Zug, und Mohammed
Atta, an die wir in diesen Tagen zwangsläufig erinnert werden,
haben mehr mit uns und Wilhelm Tell gemeinsam, als uns lieb ist.»
Nach diesem Leitgedanken inszeniert der Regisseur Samuel Schwarz
Schillers «Wilhelm Tell» am Theater St. Gallen. Er
wolle unter anderem den falsch verstandenen Heldenmythos des einsamen
Schützen kritisieren, sagt Schwarz. Sein Tell hat am 29.
September Premiere.
Der Vergleich des mythischen Nationalhelden mit einem realen
Terroristen und einem gestörten Amokschützen löst
Unverständnis aus: «Das ist unerhört und nicht
angebracht», empört sich SVP-Nationalrat Toni Brunner.
Für CVP-Parlamentarierin und Präsidentin der nationalrätlichen
Kulturkommission Kathy Riklin ist das Gleichnis «absurd»
und «realitätsfern».
Der Zuger Ständerat Rolf Schweiger (FDP) ist entsetzt: «Leibacher
in die Nähe von Tell zu rücken, bedeutet einen Stich
in die Herzen der Angehörigen.» Die künstlerische
Freiheit habe Grenzen, wenn die Integrietät von Opfern tangiert
wird, betonte Nationalrat Gerhard Pfister (CVP, ZG).
(hus/dgr)
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