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DIE LETZTE CHANCE - PURGATOIRE - SDA, 24.4.2006

Filmisches Fegefeuer
Premiere von "Purgatoire" mit 400asa im Theaterhaus Gessnerallee

Anne Suter, sfd Zuerich (sfd)

"Purgatoire", Fegefeuer, heisst die dritte Staffel der 400asa-Show "Die letzte Chance". Im Theaterhaus Gessnerallee in Zuerich erlebt das Publikum einen Filmdreh aus naechster Naehe.
Der Premierenabend am Freitag beginnt mit dem, was fuer gewoehnlich zum Schluss kommt: Essen und Trinken. In bester Fernsehmanier begruesst ein Ansager die Zuschauer um Punkt acht Uhr zum "ersten programmatischen Akt, dem Warten". Damit die Warterei ertraeglich ist, erklaert er auch gleich das ueppige Buffet fuer eroeffnet.

Aus vier mach eins

Es gibt indes noch eine zweite Moeglichkeit, sich die Wartezeit zu verkuerzen, und die wird denn auch rege genutzt. Im Theatersaal kann man den Leuten von 400asa bei der Arbeit am Episodenfilm "Hybrid" zuschauen. Darin werden vier bestehende Filmstoffe zu einem einzigen Streifen kombiniert.

Die fuer ihre Low-Budget-Produktionen mit Sprengkraft bekannte Theatergruppe 400asa startete ihre "Expedition ins Filmgeschaeft" im vergangenen Dezember. Die Truppe bedient sich bei ihren Filmen stets einer speziellen Drehtechnik: Zuerst wird die Tonspur produziert, dann kommen die Bilder hinzu; ferner wird alles am Stueck gefilmt.
Kritik am Filmgeschaeft

Beim Betreten des Theatersaals weiss man gar nicht recht, wo hinschauen - soviel ist los. Hier streitet sich ein Paar mit Baby, da wird ein Mordverdaechtiger verhoert, dort unterhaelt sich Wilhelm Tell mit Gessler. Der Kameramann bewegt sich, gemaess Drehbuch und Ton aus den Lautsprechern, von einer Szene zur andern. Auch nach einer Stunde begreift man den absolut wirren Inhalt dessen, was sich da vor einem abspielt, nicht. Doch vielleicht ist das gar nicht noetig? Klar ist einzig, dass immer wieder das (Schweizer) Filmgeschaeft thematisiert und indirekt kritisiert wird, und genau darum geht es 400asa in ihrem mehrjaehrigen Projekt ja.

Langstrassen-Roadmovie

Kurz nach neun laedt der Ansager das Publikum schliesslich zum Hoehepunkt der Premiere (an den andern Abenden entfaellt dieser Programmteil, dafuer findet jeweils eine Diskussion mit Gaesten statt): die Vorfuehrung des Films "Vom Limmatplatz zum Xenix". Dieser wurde unmittelbar vorher gedreht, wiederum zu bestehender Tonspur.
Das "Langstrassen-Roadmovie", das am WM-Finaltag definitiv produziert werden soll, ist eine wackelige Angelegenheit. Die Faszination des inhaltlich eher langweiligen Streifens besteht darin, dass es dem Team gelingt, die Bilder der Tonspur anzupassen - ohne den Dreh auch nur ein einziges Mal zu unterbrechen.



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