PRESSEARCHIV

RöSTIBLITZ - BERNER ZEITUNG - JAN. 1999
Röschti im Kollektiv
Radio-Kritik: Radio Ra-Be: "Röschtiblitz", Hörspiel.

Ein Mann will Chef werden, Chef einer eigenen Firma, nämlich eines Röschti-Schnellimbisses namens 'Röschtiblitz'. Zu beginn geht alles gut: Ein Ladenlokal wird gemietet, ein Graphiker bestellt, der den umsatzförderndenSlogan 'Quantität statt Qualität' auf Plakate malt. Doch dann taucht plötzlich eine junge Frau beim künftigen Chef auf und überredet ihn, seinen Laden als basisdemokratisches Kollektiv zu organisieren. Von dann gerät der Chef in einen Strudel von Antifaschisten, Faschisten, drogensüchtigen Kunstgewerbeschülerinnen, Birkenstockschuhe tragende Studenten, übereifrigen Samaritern und singenden Romas. Kurz: das ganze Spektrum einer modernen Gesellschaft bricht über den armen 'Röschtibrater' herein.

Die vom alternativen Zürcher Radio LoRa produzierte Hörspielreihe 'Röschtiblitz' ist eine radiophone Soap-Opera, eine Collage aus kurzen Szenen, die von einem Erzähler zusammengehalten werden. Die Geschichte des Möchtegernchefs und seines Ladens bildet den Ausgangspunkt für viele weitere Geschichten, die locker miteinander verwoben werden. So erzählt etwa der Student, der gerne im Röschti-Kollektiv mitarbeiten möchte, von seinen tragischen Erfahrungen im Gastrobereich. Eingebunden wird im weiteren auch eine Erzählung von Niklaus Meienberg.

'Röschtiblitz' ist trotz bescheidenen Mitteln professionell gemacht und überzeugt durch Witz und eine schamlose Respektlosigkeit allen gängigen Klischees gegenüber. Überzeugt hat die Reihe auch die Jury des Zürcher Radiopreises, die 'Röschtiblitz' bzw. dessen Produzenten Samuel Schwarz und Udo Israel für ihr Werk ausgezeichnet hat.

[Catherine Aeschbacher]

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