Röschti
im Kollektiv
Radio-Kritik: Radio Ra-Be: "Röschtiblitz",
Hörspiel.
Ein Mann will Chef werden, Chef einer eigenen Firma, nämlich
eines Röschti-Schnellimbisses namens 'Röschtiblitz'. Zu
beginn geht alles gut: Ein Ladenlokal wird gemietet, ein Graphiker
bestellt, der den umsatzförderndenSlogan 'Quantität statt
Qualität' auf Plakate malt. Doch dann taucht plötzlich
eine junge Frau beim künftigen Chef auf und überredet
ihn, seinen Laden als basisdemokratisches Kollektiv zu organisieren.
Von dann gerät der Chef in einen Strudel von Antifaschisten,
Faschisten, drogensüchtigen Kunstgewerbeschülerinnen,
Birkenstockschuhe tragende Studenten, übereifrigen Samaritern
und singenden Romas. Kurz: das ganze Spektrum einer modernen Gesellschaft
bricht über den armen 'Röschtibrater' herein.
Die vom alternativen Zürcher Radio LoRa produzierte Hörspielreihe
'Röschtiblitz' ist eine radiophone Soap-Opera, eine Collage
aus kurzen Szenen, die von einem Erzähler zusammengehalten
werden. Die Geschichte des Möchtegernchefs und seines Ladens
bildet den Ausgangspunkt für viele weitere Geschichten, die
locker miteinander verwoben werden. So erzählt etwa der Student,
der gerne im Röschti-Kollektiv mitarbeiten möchte, von
seinen tragischen Erfahrungen im Gastrobereich. Eingebunden wird
im weiteren auch eine Erzählung von Niklaus Meienberg.
'Röschtiblitz' ist trotz bescheidenen Mitteln professionell
gemacht und überzeugt durch Witz und eine schamlose Respektlosigkeit
allen gängigen Klischees gegenüber. Überzeugt hat
die Reihe auch die Jury des Zürcher Radiopreises, die 'Röschtiblitz'
bzw. dessen Produzenten Samuel Schwarz und Udo Israel für ihr
Werk ausgezeichnet hat.
[Catherine Aeschbacher] |
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