La Cérémonie
Sprachen: Englisch, Deutsch, Schweizerdeutsch, Chinesisch
Dauer 110 Minuten
«La Cérémonie» ist inhaltlich inspiriert vom gleichnamigen Film des französischen Regisseurs Claude Chabrol. Dramatischer Höhepunkt dieses Films ist die Szene, in der eine bürgerliche Familie vom ungebildeten Hausmädchen und deren Freundin, einer Postangestellten, mit dem familieneigenen Jagdgewehr erschossen wird. Der Mord geschieht, während sich die Familie am TV eine Direktübertragung von Mozarts Oper ”Don Giovanni” ansieht.
“La Cérémonie” spürt den versteckten Missverständnissen, ungewollten Ungerechtigkeiten, verletzten Sensibilitäten und der Wut über ungerecht verteilte Privilegien nach, die zur gewaltsamen Eskalation führen. Die Zeremonien, die 400asa dabei wiederzuerwecken sucht, haben zu tun mit Kulturrevolution, Opernhauskrawall, den Tücken interkultureller Zusammenarbeit, der Ästhetisierung sozialer Ungleichheit in der Kunst und der Auflehnung des Bürgers gegen die Rituale einer dekadenz-geschwängerten Gesellschaft. Züri brännt. Peking auch. Und Bern sowieso.

Die Aufführung reflektiert diese Zeremonien sinnlich mittels europäischer und chinesischer Theaterformen, die vom Kommerz-Musical über Mozart zu brecht'schen Songs bis zur Peking-Oper reichen. Ziel des Projektes - nebst der Erstellung von ästhetischem Kunstgenuss - ist die Revitalisierung revolutionärer Energien und die Wiedereroberung von Kulturpalästen durch ein sich neudefinierendes Bürgertum.
Eine Produktion von 400asa in Koproduktion mit dem Zürcher Theater Spektakel und dem Festival Culturescapes 2010 in Zusammenarbeit mit Hochschule der Künste Bern (Studiengang Theater), dem Penghao Theatre, Peking, dem Lin Zhaohua Theatre Studio, der Yu Shizhi Drama School und der Communication University of China. Veranstaltet durch Schlachthaus Theater und Biennale Bern.
Mit: Man Cao, Julian M. Grünthal, Liu Xin, Regine Fritschi, Newa Grawit, Jana Burbach, Carolin Jakoby, Mirjam Kleber, Gina Gurtner. Regie: Samuel Schwarz. Co-Regie: Wanda Wylowa, Julian M. Grünthal. Dramaturgie: Simone von Büren. Musik: Michael Sauter. Tontechnik: Michael Eberli. Bühne: Philipp Stengele. Kostüme: Esther Schmid. Text: Ensemble, & ein Hausmädchenchor von Sabine Wang. Coaching Pekingoper: Man Cao. Projektbegleitung: Meret Hottinger. Regieassistenz: Lena Trummer. Produktionsleitung: Laura Häusermann, Michael Röhrenbach. Fotos: Luc-François Georgi
Gefördert durch Stadt Zürich Kultur, Pro Helvetia Schweizer Kulturstiftung, Kulturförderung Appenzell Ausserrhoden, Fachstelle Kultur des Kantons Zürich, Stadt Bern Kultur, Amt für Kultur des Kantons Bern, Festival Culturescapes, Zürcher Theater Spektakel
Dieses Projekt ist Teil des Kulturprogramms «Swiss Chinese Explorations» der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia.
