| Pressestimmen
"Jörg Schneider sorgt mit seiner starken Charakterdarstellung
für Glanzpunkte."
(Blick)
"Eine ebenso polemische wie anregende theatralische
Geschichtsstunde."
(Der Bund)
"So benommen und wach hat ein Theaterabend noch
selten gemacht. Er besteht ausschliesslich aus Befehl
und Gehorsam. Nach vier Stunden Herrschaft ist Chantal
Wuhrmanns Bühne, die grossbürgerliche Schützenhausatmosphäre,
ein schwarzes Loch. Aus dem letzten Loch pfeift einer
'Zürich' zu leisen Kotzgeräuschen."
(St. Galler Tagblatt)
"Die Bühnenfassung zielt präzis auf die
Schwächen des Romans, zerrt mit Grund seine Servilitat
und Harmoniesucht ins Spot(t)icht."
(Tages-Anzeiger)
"Bebildertes Konzepttheater. Zuweilen kongenial
kabarettistisch, selbstreferenziell und poetisch und zuweilen
aufdringlich moralisch."
(NZZ)
"So lustig wie eine Family-Sitcom und manchmal so
traurig wie ein Schweizer Film. Wirklich schön."
(Der Landbote)
"Eine Monstershow der Kriegeskatastrophen von einst
und jetzt."
(Südostschweiz)
"Gehaue und Geschrei, Würgen und Kotzen inbegriffen."
(Aargauer Zeitung)
"Haarsträubend, aber auch klug."
(Zürichsee-Zeitung)
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1 | Spot 2
(MP3)
Zürich 1917
Text: Urs Bräm, Samuel Schwarz
Regie: Samuel Schwarz
Mit: Esther Becker, Rosario Bona, Anna-Lena Doll, Gerrit
Frers, Adrian Furrer, Philippe Graber, Catriona Guggenbühl,
Frank Heierli, Meret Hottinger, Caspar Kaeser, Georg Lippert,
René Philippe Meyer, Christoph Rath, Marisa Rigas,
Jörg Schneider, René Schnoz, Samuel Schwarz,
Daniel Thomas
In den dreissiger Jahren, im Schatten des Zweiten Weltkrieges,
schrieb Meinrad Inglin seinen «Schweizerspiegel»,
die Chronik einer Zürcher Familie während des
Ersten Weltkrieges. Inglins gewichtiger Roman, der ein
wenig in Vergessenheit geraten ist, wird auf der Bühne
in heiterer Radikalität zurück in den Diskurs
gebracht. Die Themen: Krise des Bürgertums, Militarismus,
globale Verunsicherung, Abschottung, Unruhen, private,
politische und künstlerische Emanzipation.
1914 schwingt die Schweizer Bevölkerung mit den benachbarten
Völkern in euphorischer Kriegsbegeisterung mit. Aber
der Krieg kommt nicht, und die Warterei beginnt: Manöverübungen,
ewige Manöverübungen und kein Kampf.
Und doch schleicht sich der Krieg ein, zäh und langsam,
aber durchdringend. Gräben reissen auf: in der Familie,
in der Gesellschaft, zwischen deutscher und welscher Schweiz.
Die scheinbar so stabilen Gebilde von Staat und Familie
beginnen zu knirschen – und die Spannungen entladen
sich in den Unruhen von 1917. Die Schweiz – das
«Land für reife Leute» – muss sich
auf ihre Qualitäten besinnen.
In «Zürich 1917» macht sich eine Kompagnie
Frontschweine daran, Inglins bürgerlich ausgewogenem
Roman mit dem Flammenwerfer ein bisschen Krieg einzubrennen
– und riskiert dabei, sich in dessen Ordnungen zu
verlieren.
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